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alice im wunderland

Start: 4. März 2010

Ich bin die richtige Alice und das ist mein Traum!

Zurücklehnen und youtuben: Alice im Wunderland 1906. Ein Fantasyfilm der ersten Stunde, mit dem Scharm des Experiments mit dem neuen Medium, einfallsreich mit relativ einfachen Mitteln. Auch Michel Gondry (The Science of Sleep) zeigt uns das Selbstgebasteltes oft reizvoller ist als alle technischen Effekte, die scheinbar Alles möglich machen. Wer sagte noch gleich, dass man oft mit Grenzen, also mit Vorgaben besser und kreativer umgehen kann, als mit dem Anything goes, dem Alles ist möglich? Burton hat Alles und alle Möglichkeiten und vielleicht hat man sich gerade darum so viel erwartet und fragt sich, ob eine Begrenzung von Möglichkeiten nicht beeindruckendere Resultate geliefert hätte. Aber auch so ist es ein Rausch an psychodelischen Farbbildern, nur eben manchmal zu perfekt, als das man sie richtig gern haben könnte.

Alle sind sie gekommen und man breitet die Arme aus: Diddeldum und Diddeldi, der verrückte Hutmacher, der Hase, das schnelle Kaninchen, die rauchende Raupe, die rote und die weiße Königin, das Kartengefolge, die sprechenden Blumen …

Geschrumpft – Gestreckt – Gekratzt

BeHütete Menschen, die in einem verkommen Land auf eine wage Chance warten und sie an den blonden Locken packen so bald sie kommt – Rettung? So einfach? Ja so einfach. Deshalb vielleicht auch so langweilig.

Manchmal denke ich schon vor dem Frühstück an nicht weniger als sechs unmögliche Dinge:

Erstens: An einen Trank, der die Dinge schrumpfen lässt

Zweitens: An einen Kuchen, der bewirkt, dass man wächst

Drittens: Das es Tiere gibt, die sprechen können

Viertens: Das es Katzen gibt, die verschwinden können

Fünftens: Es gibt den Ort Wunderland

Sechstens: Ich kann den Jabberwocky erschlagen

Die Filme von Tim Burton gleichen viel eher einem Bild, einem Gemälde, einer einzigen Idee, die immer wieder durch ganz wunderbare, großartig komponierte Bilder illustriert wird, als einer Geschichte, einer Story, einer Handlung. Malerei vor Storyboard, Sinnlichkeit vor Handlung.

Aber auch Lewis Carrolls Buch ist nichts anderes: Eine fast zusammenhangslose Reihung abgefahrener Phantasien, so unglaublich, unwahrscheinlich und faszinierend, dass die Bilder die Geschichte ersetzen und völlig genügen. Das WIE etwas beschrieben wird ist wichtiger als das WAS beschrieben wird. Da haben sich zwei gefunden mit der Leidenschaft zum Bild und nicht unbedingt zur Erzählung. Die Bilder sind der Inhalt!

Ab mit dem Kopf!

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