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Ein Übertrag in dieses Jahr. Was nichts macht, denn er läuft und läuft und läuft … es gibt einen Wendepunkt im Leben eines Kinomitarbeiters, der vor 3D und der nach 3D. Das ist wie eine Ära: Vor dem Putzen und nach dem Putzen, vor trockenen, rissigen Händen und danach, vor Gesprächen über LCD-Shutterbrillen und danach.

Ein weiterer Gastbeitrag

Start: 17. Dezember 2009

Einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, jeder hat ihn gesehen, manche auch 4 – 5 Mal; Leute, die eine Abhängigkeit zu einem Stück Zelluloid entwickeln, deren Leben ihnen nach Ende des Abspanns auf einmal sinn- und trostlos erscheint, die sich in Internetforen treffen und gegenseitig dabei helfen, mit ihrem Suchtproblem leben zu lernen; was soll man darüber noch sagen?

Man könnte sich fragen, wie es kommt, dass ein Film, dessen Story man relativ akkurat als “Pocahontas in der Zukunft” beschreiben könnte, derart viele Menschen zu Begeisterungsstürmen hinreissen kann. Ein Film, der derart plump schwarz-weiß gezeichnet ist, mit der Geschichte der leidenden Indianervölker, die ungerechtfertigterweise vom ihrem Land verdrängt wurden. Und trotz aller geschichtlicher Schönfärberei auch heute noch lediglich als Randnotiz behandelt werden.
Die Verdammung jeglicher technologischer Fortschritte, in einem Werk, das zu großen Teilen dem Computer entstammt, und nur gedreht werden konnte, nachdem die Kameras endlich so weit entwickelt waren, dass sie die gewünschten 3D-Effekte einfangen konnten.

Das ist wahre Heuchlerei. Die Disney Corporation in Reinkultur.

Und dennoch hat das Ganze eine geradezu magische Anziehungskraft. Vielleicht gerade deshalb, weil alles so simpel ist. Gute Wesen, böse Wesen, packende Geschichte, schöne Bilder. Punkt.
Es ist ein Gefühl wie damals, als kleines Kind, als Filme noch atemberaubende Geschichten waren, als das Kino noch ein Erlebnis sondersgleichen war. Als es Filme wie ‘König der Löwen’ oder ‘In einem Land vor unserer Zeit’ gab. Als niemand dich gefragt hat, wie du dir nur so eine pseudomoralische Kommerzkacke antun kannst.

Und das ist manchmal echt ein schönes Gefühl.

Sebastian Reitenspieß

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