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gesehen 16. Juni 2011

Es gibt Lebensalter, in denen kann man nicht mehr alles werden: Mit Dreißig beispielsweise ist es recht schwierig noch Profi-Hockeystar zu werden oder minderjährige Mutter oder zu früh verstorbene Schauspiellegende. Das kann innere Bedrängnis erzeugen, aber auch beruhigend sein, je nach dem. Was immer – und auch noch in hohem Alter – neu und überraschend ist, ist die Liebe.

Da outet sich der Vater mit über 70: Er ist schwul, steht auf Männer, liebt sie, nach fast einem halben Jahrhundert Ehe. Eine schwierige Zeit war es damals in den fünfziger, sechziger Jahren sich zu outen und die Mutter meinte beruhigend: „Das wird schon. Das kann ich schon ändern.“ Was kannst du schon ändern? Verdrängen, vielleicht, aber nicht aus den Knochen holen. Und so könnte die Geschichte sehr traurig sein und melancholisch, wenn sie andererseits nicht zeigen würde, dass es nie zu spät ist und man nie damit aufhören sollte, an Veränderung zu glauben.

Probleme gibt es immer in der Liebe und je älter man wird, desto mehr scheint man sich auf diesen festzusetzen, die eigenen Eigenarten akzeptiert zu haben und Ausschlusskriterien für Beziehungen explosionsartig einzuwerfen. Dass jede Liebe das mit sich selbst und bei jeder neuen, immer wieder neu ausmacht, das zeigt dieser Film anhand von Vater und Sohn.

Und er zeigt es unheimlich witzig und gelassen, klug und wunderbar.

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