Fast eine Metapher für das, was das Kino macht: Ein kleines Kind liegt in einem Bett und soll einschlafen. Da es das nicht tut, da ihm eine Menge Leute auf aufgereihten Stühlen gegenüber sitzen und es ihren Atem spürt und ihre Erwartungen fühlt, bekommt es ein wenig Alkohol eingeflößt, so dass es einschläft. Nun tauchen wunderbar zerstreute rote Schlieren hinter dem Kind auf, mächtig und groß und beeindruckend, steigen vor schwarzen Nachthimmel in die Höhe und eine Blaskapelle, angeführt vom verstorbenen Großvater, entschreitet und marschiert los, um die abwesende Mutter zu befreien.
Viel und Phantasievoll ist es, wie eine reichhaltige Bibliothek, die in kurzer Zeit ihr ganzes Repertoire zum Besten geben will (die eigentliche Bibliotheque Pascal ist ein literarisches Bordell, mit einem Clockwork-Orange-haften Entree, in dem sich die Prostituierten verschachtelt in kleinen Räumen befinden). Die Ideen fliegen wie lose Blätter und an jede wird auf etwas andere Weise herangegangen. Mal märchenhaft, mal erotisch, mal kriminalistisch.
Der Regisseur meinte, dass er die Ideen für seinen Film aus Zeitungen und Zeitschriften hat … das sieht man ihm auch an, jeder Teil für sich ist visuell anders gestaltet und für sich inspirierend, es mag sich das Ganze aber nicht so recht zu einer Einheit fügen.
Andererseits ist die Kombination von eigentlich sehr schrecklichen und realen Dingen, wie Prostitution, Menschenhandel, Kinderarbeit, Kidnapping und Armut mit ganz wunderbar starken, vor Lebenskraft strotzenden Szenen, manchmal sehr beeindruckend.
