Archiv

black swan

gesehen am 26.01.2011

Fiese kleine, merkwürdig bekannte, auf jeden Fall zermürbende Zerstörungsszenen: Das Aufkratzen, Ankratzen und Kaputt-Kratzen des eigenen Körpers, Nägel schneiden, Nägel brechen, Haut abziehen. Das Knacken eines mit weiß ummantelten Füßchens in einem rosa Zimmer, das Schwarz und Weiß des Theaters und der Probenräume, das rosa der Trikots: Schwarz-weiß-rosa, was für eine perfide, ja fast schon perverse Farbzusammenstellungen. Das Harte des Schwarzen und das Reine das Weißen und das jungmädchenhafte Rosa einer von ihrer Mutter in deren eigene Vorstellung und in deren eigene Wohnung eingesperrten Seele.

Das mit dem weißen und mit dem schwarzen Schwan ist ein alter Hut, eine einfache Sache: Das Bekannte der Seele und das Unbekannte, unser aller höchstpersönlicher Mister Jeckyll und Mister Hyde visuell darzustellen, auch das Bild des Ikarus, der mit verbrannten Flügeln mahnend in einem Foyer steht und auf Natalie Portman hinab blickt, wie ein Mahnmal, ist zwar eindeutig aber nicht platt.

Psychosexuell?
Sexualität hat viel mit Psychologie zu tun, immer, in Black Swan wird dies in allen möglichen Variationen gezeigt, Sex mit einer Frau mit dem Choreografen, mit sich selbst, an perversen alten Männer in Untergrundbahnenen. Und immer fickt man mit sich selbst.

Eine Mischung aus Musik, Tanz, Traum und Realität in den uns Darren Aronofsky (The Wrestler) hineinzieht. Nichts ist wie es scheint und man darf Niemandem trauen, schon gar nicht sich selbst. Die Gänsehaut, als unterdrücktes Ich, das von innen gegen die Haut pulsiert.

Es erinnert sehr an The Wrestler, nur ist es hier gepaart mit einer etwas subtileren Gewalt, vielleicht eines etwas weiblicheren Selbsthasses.

Großartig!

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.