Das Konzert
Man stelle sich einen Teppich vor und einen Menschen der unheimlich gut darin ist, Muster zu erfinden. Eins nach dem anderen fällt ihm ein, Schlag auf Schlag und noch bevor er das eine geändert hat, beginnt er schon das nächste. Man könnte doch … und dann … und danach … und um diesen fleißigen Menschen herum gibt es leider niemanden, der mal sagt: Hey, das reicht, ein- zwei Muster abwechselnd, das reicht völlig aus: Die Sowjetunion, Judenverfolgung, Arbeitslager, Tschaikowski, die Kommunistische Partei, das „neue Russland“, Kinder und Eltern, Klischee-Russen … und alles ineinander geflochten.
Nicht das der Kauz auf die Realität besteht, ganz und gar nicht, es ist eine Qualität des Kinos Geschichten zusammenzumischen, die so in der Realität nie harmonisch aneinandergefügt werden, sondern von einander unerkannt, parallel nebeneinander herlaufen oder zu früh oder zu spät einsetzen oder eben überhaupt nicht. Niemals entsteht daraus ein so einheitlicher Teppich. In diesem Film aber werden Geschichtchen zwangs- zusammengefügt und ineindergesetzt, als müsse man aus ALLEM was einem gerade so einfällt einen einzigen Teppich weben, der aber gerade dadurch nicht mehr zusammenhält. Das Ergebnis glänzt vor liebevollem Bemühen ist aber insgesamt total übertrieben und auch etwas albern.
