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enter the void

Enter the Void

gesehen am 14. 09. 2010

Monsieur Noé ist ein Nachtmensch, ein Schlierentyp, ein summender orangener Ton im flirrenden Grün.

ENTER“ steht auf dem Haus gegenüber, gleich zu Beginn, als Aufforderung und man könnte diesen Film nur in Hausbeschriftungen lesen. Das Ich in dem wir uns befinden, dessen Augenzwinkern wir sehen „ENTERT“ den Drogentrip und „THE VOID“ (das Nichts) und schließlich das „LOVE“-Hotel und hat man sich gewöhnt an diesen Reigen aus Sex&Drugs&Tits, dann wird man auch ziemlich schnell müde von diesem Flimmern, von Hinein- und Hinauskommen aus grell-gelben Lichtkegeln.

Brüste, wohin man sieht und DMT, als Stoff der einem Leben den Tod nahe bringt und noch von einem Lebenden genommen wird, der bald tot sein wird. A ja.

Verworrener Rhythmus der Nacht, den man schon aus Irreversibel kennt. Doch genau wie da hat sich Her Noé auch hier wieder hinter einer möchte-gern sinnhaften, tiefen Geschichte verschanzt, in die er uns permanent immer wieder hineinsteckt, wie eine Hundeschnauze in die Scheiße: Seht her! So ist das gemeint! Sie treibt ab und noch mal der Fötus und noch näher und noch näher, als würde uns nicht eine Andeutung genügen, als hätten wir nicht ALLES schon nach eineinhalb Stunden begriffen. Noch mal noch mal noch mal! Wie der Schwanz in das Loch (das im übrigen hat der Kauz zum ersten Mal gesehen: Eine Penetration von Innen, obwohl Woody Allen Ähnliches schon charmanter gezeigt hat). Sex mit der Schwester mit einer Mutter, mit dem Zuhälter, mit der Freundin … da kommt in der letzten Stunde Ungeduld auf.

Zwei Stunden und vierzig Minuten quellen über vor visuellen und inhaltlichen Wiederholungen. Dazwischen immer wieder zugedröhnte Textstücke.

Gehirnwindungenachterbahn,visuelle Kunst auf dem Bildschirm, flimmernde Verästelung und weiß vibrierende Leinwand. Ein Modell Tokio und ein reales Tokio.

Pulsieren: Dazu gehört ein gewisser Grad an Wiederholung, aber auch ein Gespür für Zeit und die Geschichte.


Ein visuelles Kinokunstwerk mit Bildern, die möglich sind, aber leider viel zu wenig in Filmen gewagt werden, obwohl das doch den Unterschied zur Realität aber auch zur Literatur, Malerei, Musik ausmacht.

Eine große abgefuckte visuelle Drogenparty, die etwas im Sumpf schlechter Dialoge und Wiederholungen versinkt.

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