Gainsbourg - der Mann, der die Frauen liebte
gesehen am 14. 10. 2010
Darf ich die Hand in deine legen?
Nein, du bist zu hässlich!
Die Fresse und der eigene innere Teufel der einen treibt, das mächtige Ego und das wirkliche Können umrunden sich wie gleich starke Katzen.
Als Kind gekonnt mit Sprache spielend, mit dem Selbstbewusstsein zu wissen was gewollt wird. Sprachfertigkeit, akrobatisches Jonglieren mit Wörtern und menschlichen Gefühligkeiten. Phantasievolles Parallelleben mit aufgeblasenen Köpfen und einer hässlichen Fresse, der Malerei und dem Chanson. Der Trieb, der Drang, das Künstlerisch Langfingrige, Malerhände und Chansonstimme …
Dann kommt das Älter werden, der erwachsene Realismus und die Frauen: Wie auf einer Modenschau, die gewundene Treppe, den langen Gang oder die feucht glitzernde nächtliche Straße entlang. Und die Frauen kommen und liegen herum, wie griechische Statuen, deren Sinnlichkeit trotz Sprachlosigkeit aus allen ihren Poren strömt. Kein Intellekt mehr wie noch zu Beginn, der gehaltvoll zwischen Zigarette und Lippe den Kopf weggebläst. Keine Charakterisierung mehr, vielmehr eine bloße Oberflächenstudie. Keine Beziehungserkundnung, sondern ein eingefrorenes Frauenbild, wenn auch ein schönes.
Serge nur mehr Serge, wenn er singt und grau wird vom Schleier des Rauches.
