LASST MEHR ANIMIERTES GETIER
STERBEN
Start: 1. Juni, 2009
Es ist natürlich so eine Sache mit animierten Lebewesen, zwar bewegen sie sich, sprechen, atmen, werden größer, verlieben sich und bekommen Kinder, zumindest soll es den Anschein haben als ob, nur eines tun sich nicht: Sterben.
Nehmen wir einmal an, man ist Kind und wird mit ihnen groß und dann steigt man eines Tages um auf Harry Potter, was für ein existenzieller Schock!
Nein, halt, das ist sehr unrealistisch, meist kennen die Kinder Terminator I – III und mindestens einen James Bond – aber nicht einen von den Alten – also das wird die Kleinen nicht mehr schockieren.
Wie kommt es aber, dass nirgendwo eine Bambi-Mutter stirbt? Und sogar der greise, wirklich völlig überflüssige, humorlose Säbelzahntiger in Ice Age 3 am Leben bleibt, wenn früher sogar der König der Löwen sterben musste? Wieviel wäre mit seinem Tod gewonnen. Gefühle die sonst überhaupt nicht aufkommen: Spannung, Mitgefühl, Sorgen. Zum Leben eben auch der Tod.
Wie war das mit dem Üben in der Theorie. Mit dem Nachempfinden, besser dem Vorempfinden in der Kunst? Was ist der Film, wenn nicht ein Stellvertreter, ein Avatar des Lebens? Oder gibt es da ein Recht der Kinder auf Unschuld, auf einen gewissen Frieden?
Was ist das Problem der animierten Tiere? Wahrscheinlich hapert es ihnen noch so sehr an Leben, dass an einen Tod gar nicht zu denken ist.
