gesehen am 06.04.2011
Am schönsten lässt sich der Film vielleicht mit dem Bild zu Beginn beschreiben: Ein dänisch/schwedischer Arzt kommt in einem staubigen, afrikanischen Land an, er fährt mit einem Pickup die Straße entlang: Wippenden Augen und Haare, sein mildes Betrachten der Kinder auf der Straße, die mit einem von ihm mitgebrachten Ball spielen, wie es alle Kinder tun, überall auf der Welt, umgeben mit einer Aura von Unschuld und Verletzlichkeit (um den Beschützerinstinkt zu aktivieren).
Das spielen manchmal viel mit Krieg zu tun hat, die Symbolik die gleiche ist, die Gesten und Ziele, dass das Gewinnen und sich durchschlagen tief in uns Menschen steckt, das zieht sich durch unsere Geschichte, durch unsere – manchmal doch etwas oberflächliche – Evolution. Ganz gleich auch wo man wohnt, in einem Land in Afrika oder in Dänemark, die Gewalt hat der Mensch trotz Kritik und Urteilskraft nicht ausmerzen können, sie scheint zutiefst menschlich. Auch in unserer Zivilisation gibt es Bandenbildung (Stammesbildung), Abhängigkeiten und Strukturen die sich ihren Weg bahnen, in denen einfach nur der „Stärkere gewinnt“. Es sind also keine alten Plattitüden sondern ein gelebter Status, der hier hinterfragt wird.
In diesem Film ist die Gewalt männlich, die Frau leidet, schimpft (auch eine Form der Gewalt) oder ist überhaupt nicht vorhanden. Dieses Nicht-Vorhanden-Sein ist eines der großen Probleme, das einsame Klar-Kommen mit der Situation obwohl die Eltern, die vermeintliche Unterstützung, ständig abwesend sind.
Stolz und Kampf, die andere Wange hinhalten oder selbst zuschlagen – am Besten noch bevor der andere zuschlägt – das Umgehen mit Gewalt und die eigene Fassungslosigkeit und Hilflosigkeit wenn es dazu kommt, das Alles wird hinterfragt.
Und die Antwort? Wie kann man Gewalt lösen und wo kommt sie her? Der Film bekommt noch die Kurve hinein in wohl betuliches Genicke und Kopfgewiege: Der Mensch ist brutal, was hilft ist – na wer hätte das gedacht – Liebe und Zuneigung.
