Gesehen am 10. 06. 2010
Zuerst einmal das: Mammut ist ein Film für all jene, die Bildkommentare gleich parallel zum Film haben möchten, wie die Extras bei einer DVD, in denen der Regisseur das Zustandekommen und die Aussage von Bildern erklärt. In Mammut kommentieren sich die Bilder immer gleich selbst, weil der Text jedes Mal so klingt, als wäre er für einen Blinden geschrieben, der die Bilder nicht sieht. Da weint beispielsweise ein Kind und es sagt: Ich weine, ich bin so traurig, ich weine. Das ist redundant, das ermüdet.
Es ist, als traue der Autor dem Publikum nicht zu, selber zu sehen, selber zu interpretieren. Sicher geht dabei jeder Regisseur das Risiko ein, dass etwas nicht oder anders verstanden, übersehen oder als unwichtig vergessen wird, aber das sollte er tun. Man muss an sein Publikum, an dessen Kompetenz, seine Interpretationsfähigkeit glauben. Ja er sollte sie sogar fördern, sonst langweilen wir uns im Kino oder sind verärgert, weil man uns offenbar für blöd hält.
Man möchte dem Regisseur zurufen: Trau dich, glaube an die Geschichte, denn sie ist gut, wichtig und akut. Es geht um Kinder und unser Verhältnis zu ihnen. Wie Kinder zur Nebensache werden, nebenher hüpfen, neben dem Beruf den man ausführt, damit es ihnen gut geht. Man kann den Eltern keinen Vorwurf machen, weder dem philippinischen Kindermädchen, dass ihre eigenen Kinder bei der Großmutter lässt um das Geld für ein gemeinsames Haus zu verdienen, noch dem jungen aufstrebenden amerikanischen Elternpaar, sie Ärztin, er Erfinder einer Internetplattform für Computerspiele. Sie wollen das Beste und geben alles.
Man weiß selbst nicht, wie sie da raus kommen können aus diesem Dilemma, was ist die Lösung? Weniger arbeiten? Es ist nicht einfach als Arzt weniger zu Arbeiten und als Internet Start-up Unternehmer zurückzutreten und ein Leben in einer Großstadt zu finanzieren – also, was tun?
Ich weiß es nicht und ich weiß auch nicht, welches Ende und welche Lösung Mammut dazu anbietet, denn ich habe mich davon gestohlen um ein bisschen eigene Geschichte zu erleben, das erschien mir interessanter.
