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shutter island

Start: 25. Februar 2010

Soundtrack zu diesem Artikel: This bitter earth von Dinah Washington. Youtuben und zurücklehnen. Titel zwischen Zunge und Gaumen zerreiben und im Gehirn zergehen lassen: Musikverdauung – emotionale Erbauung.

Eine psychisch kranke Gefangene ist aus einem Raum verschwunden – aus einer Festung, aus einem Gefängnis, aus einer Psychatrie auf einer Insel. Zwei Marshalls setzen mit der Fähre auf diese klaustrophobische Insel über. Um Untersuchungen anzustellen.

Das Innere und das Äußere, das Reale, das Irreale, das Verrückte und das Gesunde und Grenzen dazwischen, die niemals gesichert sind.

Da fliegt weißes Aktenpapier wie kleine, unschuldige Schmetterlinge im Kommandantenhaus des KZs von Dachau. Da fliegt schwarze Asche im Zimmer der toten Frau. Zigarettenrauch der seinen Weg zurück in Mund und Lunge findet, Ratten auf schwarzem Felsen. Feuer und Asche, Wasser und Ertrinken, Sturm und Astschlag, die Stationen A, B und C, wie ein Spiel durch das die Marshalls durch müssen und in dem sie sich immer mehr verstricken.
Ein Labyrinth – Da bewirken Untersuchungen nichts mehr, da verheddert man sich immer und immer und immerzu. Warum spielen sie mit ihren Colds, dem Aspirin und mit der weißen Anstaltskleidung? Warum fährt die Fähre nie und wenn in die falsche Richtung und wohin soll das sein?

Visuell ein symmetrischer Film: Bilder die immer ihre Mitte finden, ihre zwei Seiten oder ihren Kreis. Eine Geschichte die sich wiederholt, die ihre Mitte zu finden scheint, aber eigentlich immer zwei Seiten hat.

Lieber Herr Scorsese: Vielleicht ein bisschen viel an Themen, an Psychosen, an Schicksal, an schweren Fässern, die mit viel zu kleinen Dosenöffnern zu wenig weit geöffnet werden.

Lieber Herr Scorsese: Das ist großartig,wie Sie Geschichten aufbauen, sie miteinander in Kontakt bringen, sie aneinander reiben und ineinander aufgehen lassen, so das Protagonist und auch Betrachter nicht mehr herauskommen, hinein ge- und verstrickt werden. Zeichen ändern sich, bekommen eine neue Bedeutung. Farben bedeuten nicht unbedingt was Gutes und das Leben verteilt nicht unbedingt gerechte Versionen von sich selbst. Der Film aber verteilt unbedingt die richtigen Informationen um ihn zu verstehen: Erst zum Schluss merkt man, dass jedes Zucken einen Sinn hatte, jede Unsicherheit in Beziehung zu etwas zu setzen ist, jedes Vertrauen berechtigt und jedes Verhalten seinen Ursprung hat. Gerecht ist dieses Leben auch nicht, bitter eben und der Film erklärt es zwar, macht es dadurch übersichtlicher, aber auch nicht einfacher.

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