gesehen am 19. 02. 2012
Der Kauz hat eine kleine formale Änderung in sein eigentlich nicht formales Vorgehen eingearbeitet. Er stellt nun jedes Mal eine kurze, inhaltliche Zusammenfassung des Films vor seine essayistische Zustandsbeschreibung. Denen, die den Film gesehen haben, kann es helfen, sich abermals daran zu erinnern. Alle anderen bekommen ein Gerüst um sich leichter an den darauf folgenden, sonst vielleicht sehr zusammenhanglosen Worten, entlang hangeln zu können.
Ein international anerkannter Pianist verliert seine international anerkannte Sängerin/Frau an den Krebs. Die Tochter, auch sie Sängerin, hilft der Mutter beim Tod, was er ihr nicht verzeihen kann. Er zieht sich zurück aufs Land, zu seiner gurkenliebenden, religiösen Mutter, die ihn Zäune bauen und Kühe hüten lässt. Eine Kuh, die Klara, beginnt wunderbare Milch zu geben, nachdem er ihr Mozart vorgespielt hat. Nun feiert er ein Fest, da er in ihr die Reinkarnation seiner verstorbenen Frau sieht. Pfarrer und Dorf feiern mit, nur seine Mutter hält es für Blasphemie und Sodomie.
Der ursprüngliche Titel war Father, Son & Holy Cow. Weshalb daraus ein derartig landhauskitschiger, belangloser Titel werden musste, dass weiß wohl einzig und allein der liebe Gott und der Verleih. Trachtlerische Wohlfühligkeit ist es nicht, die man bekommt, aber doch ländliche Behaglichkeit, märchenhafte Verwicklungen und kuriose Absurditäten. Die goldenen Kuh Klara, deren Fellfarbe den ganzen Film herbstlich vergoldet, zieht sich durch das Liebensmärchen mit Rückblenden und einen etwas anderen Trauerprozess. Leider fällt es schwer dem immer zu folgen. Manchmal kann man die Umstände oder die Veränderungen in den Personen nicht richtig nachvollziehen. Vielleicht auch weil es zu viel Märchen sein will und darin zu absehbar ist. Irgendwie passiert alles zu plötzlich und zu selbstverständlich und zu sehr so, wie man es eigentlich auch erwartet.
