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the american

The American

gesehen am 22. 09. 2010

Corbijn hat mit Control einen schwarz-weißen, fast schon grafisch anmutenden Film gemacht, nun begibt er sich von Schweden, über Rom bis in die Abruzzen und der Film hat Farbe,wenn auch nicht viel.

Kleine Gässchen, die zwischen eingelebten, eingewachsenen Häuschen herumführen. Ein Dorf, das sich an einen Hügel schmiegt: Ganz und gar raue, bodenständige Architektur. Ein Motorroller dessen Knattern wie Schüsse klingt. Wer meint einen Film über die italienischen Abruzzen zu sehen, einen Film mit einem lichtdurchflirrten hell-dunkel Spiel, der irrt sich. Am Schönsten ist dieser Film, wenn es am ungemütlichsten ist, wenn der Mann durch nächtliche, feuchte Steingassen geht und das gelbe Licht der Straßenlaterne fahles Nass in seinen Kragen treibt. Da bekommt man dieses Gefühl des Unwohlseins, das man hat, wenn man an Nieseltagen nach draußen sieht.

Mit George Clooney – Dem Amerikaner, reist ein Profikiller, gut im Waffenbauhandwerk, in diesen kleinen italienischen Ort, wo er schon bald vom Priester und der Prostituierten zu einem normalen Leben verführt wird.

Rausgehen, wurde ihm gesagt, solle er nicht, er solle lieber an seinen Waffen bauen und keine Freunde machen solle er und schon gar keine Frauen lieben und sich nicht mit so etwas wie Pfarrern oder der Kirche im Allgemeinen beschäftigen.

Da hämmert er mit dem Schlag der Kirchenglocken etwas in Metall und Abends geht er, händchenhaltend, zwischen Eis schleckenden Pärchen, mit Clara, durch die Gässchen, wie die reinste, wie die Klischee-hafteste Beziehung die man führen kann. Natürlich ist er irgendwie ein guter Mensch, der Mann mit dem tätowierten Schmetterling auf dem Rücken und natürlich retten ihn die Frauen und sie stürzen ihn gleichzeitig ins Unglück – so natürlich wie bekannt.

Schön ist das anzusehen, die Westernmomente im italienischen Idyll, der einsame Held oder Antiheld, der Mann mit dem letzten Auftrag … der Amerikaner mit dem Sonnenbrillenschick:

Da steht einer am Fenster des Bahnhofs und wartet. Zu sehen ist nur sein schattiges, unbewegliches Profil. Rechts davon die Spiegelung des Bahnhofs im Fensterglas. Von links fährt der Zug ein, von rechts im gleichen Moment dessen Spiegelbild. Die beiden fahren ineinander. Während das betrachtende Profil ruhig auf der rechten Seite verharrt, öffnen sich die beiden Zugtüren simultan in der Mitte des Bildes. Als schwarze Löcher öffnen sie sich, gähnend und entlassen die eine Frau auf die er wartet.

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