gesehen am 14.04.2011
Christian Bale der Liebling aller melancholischen Aktionfilmliebhaber (mit wissend ins Leere starrenden Helden) und Hauptdarsteller halb-independenter nerdigen Fantasy-Verfilmungen, den jeder Rollenspieler allzu gerne auf seiner Charakter-Karte hätte, Christian Bale, der statische Gesichtsausdruck, der hinter vordergründiger tief ernster Ich-hab-die-Welt-begriffen-und-ihr-nicht-Attitüde nicht-Schauspielerei zeigte, beweist hier was er wirklich kann. Der Kauz hätte ihm den Oscar als bester Nebendarsteller auch verliehen.
Micky und Dicky heißen die beiden Brüder um die es geht, außerdem geht es ums Boxen (eher weniger interessant) und um die Familie (eher mehr interessant). Es geht um den Familienzusammenhalt jenseits dessen was man eigentlich für gesund hält.
Kopf – Körper – Kopf – Körper
Erzählt wird von einer Schicht der amerikanischen Gesellschaft, mit der man in Deutschland eher selten etwas zu tun hat: Der kämpfenden Unterschicht, deren Kulturaffinität sich wohl am ehesten mit dem kurzen Gang eines Pärchens ins Kinos beschreiben lässt die sich über den bekloppten Untertitel aufregen. Um Kultur im engeren Sinne geht es ihnen nicht, dafür haben sie auch keine Zeit, in ihrem Leben geht es um das Überleben und in diesem Film außerdem noch um das Emanzipieren von der eigenen Familie und deren auf die Kinder projizierten Wünsche und Träume (Familie scheint oft ein Problem zu sein, sei es nun weil sie nicht da ist, oder weil sie zu viel da ist).
Da laufen sieben dauergewellte dümmliche Schwestern herum, der eine Bruder nimmt Crack, der andere boxt wegen des Geldes, aber auch wegen des Ruhmes.
Wie kann man sich von dieser Familie lösen weil sie die eigene Entwicklung hemmt, sie gleichzeitig aber auch behalten, da man sie liebt? In diesem Film wird tatsächlich beides zusammengebracht und schon ist die Idylle am dampfen, wie meist im Old – positive thinking – harmonical – Hollywood: Habt Dank, die Welt ist doch guuut! Ist sie doch! Jawohl!
