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the tree of life

gesehen am 14. Juni

Terrence Mallick traut dem Film (und seinen konzentrierten 120 Minuten) offenbar noch alles zu: Die ganze Welt, ihr Entstehen, ihr Vergehen, und das der Dinge und Lebewesen zu beschreiben. Urknall oder so etwas wie Göttlichkeit. Um schließlich im Kleinen anzukommen, in der Familie, ihrem Mikrokosmos und ihrem Sein.

Ganz entgegen dem unverzeihlich kitschigen deutschen Plakat, auf dem Brat Pitt mit seinen Kindern herumtollt, so ist es bei Mallick die Mutter und ihre Naturnähe, die sich als Mittelpunkt durch das Leben zieht. Die Mutter ist die Natur, geht in ihr auf wie eine  Pflanze, verschmilzt mit ihr wie eine Blume und so kitschig das auch klingt, der Film ist einfach so. Dagegen der Mann: Ehrgeiz, Strenge, Arbeitskraft, Disziplin, sozusagen Zivilisation. Er ist derjenige, der an diesem fragile Gebilde rüttelt und die Disharmonie ins Leben bringt. Diese strikte Rollenverteilung ist alt und es ist kein Wunder das der Film in den sechziger Jahren spielt.

Auch der Kauz geht manchmal durch streng geometrische Gebäude, gleitet gerade Winkel herab, sieht sich die Fenster der einen Wand in denen der anderen spiegeln. Bewegungslose, anorganische Statik, coole bedrückende Moderne, ungesunde Sterilität. Mallicks Film ist wie der Wunsch sich davon zu befreien, wieder Kind zu sein und sich in die Natur legen zu dürfen, ihre Ruhe und Lebendigkeit aufzusaugen.

Schlierende Farben und Opernmusik, der Kosmos und das Kind im Bauch, ganz viel Stanley Kubrick. Dass die Natur zuweilen und gar nicht mal selten, ziemlich brutal ist, dass scheint er nicht zu sehen oder nicht wahr haben zu wollen.

Es ist kein narrativer Film, es ist ein Bilderfilm, ein atmosphärischer Film. Das sollte man wissen, bevor man hineingeht.

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