O man, ja, der Kauz weiß es, er hängt ein bisschen, hinkt ein wenig hinterher, rollt eierrädrig dem Programm nach … Pardon, Monsieur, das war nicht nett, in Anbetracht eines Films über einen querschnittsgelähmten Rollstuhlfahrer. Aber eigentlich ist das ok so: Ein bisschen politisch inkorrekt, ein wenig dreist, ehrlich und frei nach Schnauze. Alles andere ist ein Versteifen der Wirbelsäule zu einer unbeweglichen Plastik, bei Dingen, denen mit ein bisschen mehr Leichtigkeit, vieles von ihrer Schwere genommen wäre.
Da bekommt ein reicher Franzose einen Pfleger aus einem Pariser Problemviertel – sagt man da wohl – was heißt er bekommt ihn, er nimm ihn sich und konfrontiert ihn mit sich und sich mit ihm. Ave Maria im Bad und „mir gefällt der Laden“, die Musik und so, Pop und Barock und die Malerei: Blut husten auf Leinwände für 30 000 Euro. Kulturelle Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten und das eine Mischung echt mal was bringt.
Es ist schön zu sehen, wie ein französischer, relativ kleiner Film, es schafft, sich herumzusprechen und so vom kleinen Kinosaal in einen größeren zu wandern und sich dort für eine geraume Zeit halten zu können.
Vielleicht liegt das daran, dass es um allgemein menschliche Dinge geht, wie Freundschaft, Mitmenschlichkeit, Ehrlichkeit und das Leben genießen trotz aller Widrigkeiten, ums Glück empfinden, in dem man es zulässt. Es ist so schön gemacht, ohne, dass man sich auch nur einmal ehrlich Sorgen machen muss – das ist vielleicht das einzige Manko: Alles ist oft fast schon märchenhaft. Der Mann ist einfach mal ziemlich reich und sein Freund ihm so zugetan, dass er ihm sogar sein Fabergé-Ei wieder mitbringt. Zum Glück gibt es den ein oder anderen Hitler-Schnurbart, der gleicht das Ganze wieder etwas aus, das politisch Inkorrekte halt und die Dreistigkeit.
Der Kauz ist mal wirklich frohgemut aus einem Kinofilm rausgekommen.
